Einleitung zur Kurzarbeit

Mit der Kurzarbeit wird eine vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit im Unternehmen vorgenommen, alles mit der Absicht, Mitarbeiterkündigungen zu vermeiden.

Sind die Voraussetzungen für Kurzarbeit gegeben, übernimmt die Arbeitslosenversicherung für einen befristeten Zeitraum die Lohnkosten.

Ziel der Kurzarbeit ist die Verhinderung von unvermeidbaren Arbeitgeberkündigungen bzw. Entlassungen.

Kurzarbeit muss wirtschaftlich bedingt und unvermeidbar sein.

Für eine Anordnung der Kurzarbeit ist die Zustimmung der betroffenen Arbeitnehmer erforderlich. Stimmt ein Arbeitnehmer nicht zu, erhält er zwar weiterhin den vollen Lohn, setzt sich jedoch dem Risiko einer ordentlichen Kündigung bzw. Entlassung.

Ein durch die Kurzarbeit resultierender Lohnausfall wird bei Vorliegen kumulativer Voraussetzungen teilweise durch die Arbeitslosenversicherung ersetzt:

  • Bei der Arbeitslosenversicherung beitragspflichtige Arbeitnehmer oder Mitarbeiter, die das Mindestalter für die Beitragspflicht in der AHV noch nicht erreicht haben
  • Vorliegen eines anrechenbaren Arbeitsausfalls
  • Ungekündigtes Arbeitsverhältnis
  • Vorübergehender Arbeitsausfall.

Die einzelnen Aspekte der Kurzarbeit sind:

Kerninformationen zur Kurzarbeit

Die Kurzarbeit lässt sich umschreiben bzw. skizzieren in:

Gründe und Ursachen für Kurzarbeit

Die Kurzarbeit ist abhängig von externen Faktoren:

Unternehmerische Entscheide

Unternehmen sind je nach Wirtschaftslage, Situation der Branche und Globalisierungsfolgen (zur Zeit Coronavirus (COVID-19) vor Personalentscheide wie Entlassung bzw. Massenentlassung oder Kurzarbeit gestellt:

Anspruchsvoraussetzungen

Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE) ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden:

Anrechenbarer Arbeitsausfall

Anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, wenn kumulativ gegeben sind:

  • wirtschaftliche Gründe
  • Unvermeidbarkeit
  • Umfang der je Abrechnungsperiode (ein Monat oder vier zusammenhängende Wochen) hat mindestens 10% der Arbeitsstunden auszumachen, die von den Arbeitnehmern des Betriebes üblicherweise insgesamt geleistet werden.

Der Arbeitsausfall bemisst sich

  • nicht pro einzelnem Arbeitnehmer
  • nach der Gesamtheit all jener Arbeitnehmer eines Betriebes, für die grundsätzlich KAE gelten gemacht werden kann.

Es wird unterschieden in:

Vorübergehender Arbeitsausfall

Der voraussichtlich vorübergehende Arbeitsausfall gilt als vermutet, solange keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine gegenteilige Schlussfolgerung vorliegen; es ist von der Vermutung auszugehen, dass der Arbeitsausfall vorübergehend ist und der Arbeitsplatzerhaltung dient.

Hat die zuständige kantonale Stelle begründete Zweifel, ob die Kurzarbeit wirklich vorübergehender Natur ist und, ob sie der Erhaltung der Arbeitsplätze dient, kann sie eine Betriebsanalyse erstellen lassen:

Zustimmung des Arbeitnehmers

Wenn auch oft eine Formsache, muss doch der Arbeitnehmer der Kurzarbeit und der damit einhergehenden temporären Lohnreduktion zustimmen:

Voranmeldung der Kurzarbeit

Der Arbeitgeber hat die beabsichtigte Kurzarbeit der kantonalen Amtsstelle mindestens 10 Tage vor Kurzarbeitsbeginn schriftlich melden:

  • Begründung der Kurzarbeits-Notwendigkeit
  • Glaubhaftmachung der KAE-Anspruchsvoraussetzungen.

Im Einzelnen:

Geltendmachung

Der Arbeitgeber hat

    • den Arbeitnehmern die KAE vorschüssig am ordentlichen Lohnzahlungstermin auszurichten und
    • innert 3 Monaten nach Ablauf der Abrechnungsperiode den Kurzarbeitsentschädigungsanspruch seiner (betroffenen) Mitarbeiter gesamthaft bei der zuständigen Arbeitslosenkasse einzufordern; bei unterlassener Geltendmachung innert Frist, wird auf Verzicht des KAE-Anspruchs geschlossen.

Im Einzelnen:

Auszahlung

Die Ausrichtung der Arbeitslosenentschädigung (AlE) lässt sich nachlesen unter:

Schlechtwetterentschädigung

Die Schlechtwetterentschädigung ist ebenfalls im AVIG geregelt und wird durch die Arbeitslosenversicherung (ALV) abgedeckt:

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